Folkie (1996)

Der Traum begann vor 25 Jahren, im Winter 1995. Er sah nicht
wirklich aus wie der Traum von Sex & Drugs & Rock'n'Roll, eher wie das,
was sich ein Lehramtsstudent darunter vorstellt: Eine nicht ganz freiwillige
Fahrgemeinschaft zum Praktikum (dieser Tobi hatte ein Auto, ich nicht), viele
Aufkleber auf einem alten Auto, eine stereotype Frage: "Ey, spielst du in'ner
Band?" Könnten Fragen Pickel im pubertierenden Gesicht haben, sähe diese aus
wie ein Streuselkuchen.
Kaum weniger pickelich die Antwort: "Klar Mann, läuft aber grad nicht so, ich könnt noch was anderes brauchen."
Termin, Bier, Zwei Gitarrenkoffer unter einem Baum. Vorsichtiges Beschnuppern, redet er bloß oder kann er auch was? Bier. Scheiße, der ist gut! Werd ich mich blamieren? Bier. Stunden und Biere später eine Erkenntnis: Scheißegal, wie gut wer ist, wir müssen zusammen musizieren. Und Pandoras Büchse der musikalischen Anarchie war geöffnet.
In the Summer of 96 entstand die CD "Folkie" im Tonstudio der Uni Regensburg.
Es dominieren ganz deutlich die Western-Gitarren, die bis auf "Bad Dog" alle Lieder tragen. Dazu ein paar Drums (auf "Remote Control", "Why I liked to be with you" und "Bad Dog"), hie und da ein wenig Bass und auf "Folkie" das volle Programm (Ocarina, Harp, Flöte und die schönen Stimmen aller anwesenden Damen). Damit wurde "Folkie" zu einem brachialen Lagerfeuersong, der gnadenlos mit allen Campfire-Solisten abrechnet. So gnadenlos, dass dass der Wirt einer uns sonst durchaus wohlgesinnten Kneipe mittendrin auf 'Stopp' drückte und sagte "Tut mir leid, Jungs, aber das ist unspielbar".